Aktivkohle

Aktivkohle hat eine sehr poröse Struktur und damit eine sehr hohe spezifische Oberfläche (>1000 m2/g). An dieser grossen Oberfläche lagern sich viele Stoffe aufgrund ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften an.

Funktionsprinzip der Aktivkohle

Der Einsatz von Aktivkohle gehört zu den adsorptiven Verfahren. Als Adsorption bezeichnet man den Prozess der Anlagerung von gelösten Substanzen an der Oberfläche von Festkörpern. Die wichtigsten Grössen, welche die Adsorptionsleistung beeinflussen, sind:

  • Aktivkohle-Dosis:  Je höher die Dosis, desto höher die Elimination
  • Matrix/DOC: Je geringer der DOC, desto geringer ist die Konkurrenz zwischen Spurenstoffen und Hintergrundmatrix und damit die notwendige Dosiermenge.
  • Kontaktzeit: Das Adsorptionsgleichgewicht wird in der Regel erst nach 8-48 Stunden erreicht, obwohl ein grosser Teil der Stoffe bereits nach ca. 20 Minuten sorbiert hat. 

Verfahren auf ARA

Auf ARA ist entweder ein Verfahren mit Pulveraktivkohle oder ein Verfahren mit granulierter Aktivkohle möglich. Das Verfahren mit Pulveraktivkohle wurde in der Schweiz auf mehreren Stufen erprobt. Erfahrungen zur granulierten Aktivkohle liegen vor allem aus Deutschland und den Niederlanden vor, wo das Verfahren bereits grosstechnisch betrieben wird (z.B. Düren, Lage, Obere Lutter).

Pulveraktivkohle - Die Pulveraktivkohle mit einer Körnchengrösse von einigen µm wird dem Abwasser beigemischt. Sie muss anschliessend mit einem geeigneten Abtrennverfahren (z.B. Sedimentation/Filtration, Sandfiltration, Membran, ...) wieder vom Abwasser getrennt werden. Zur besseren Ausnützung der Adsorptionskapazität kann sie in die biologische Stufe zurückgeführt werden. Der anfallende PAK-Schlamm muss dann mit dem Belebtschlamm entsorgt werden.

Granulierte Aktivkohle - Die Adsorption an granulierte Aktivkohle wird in einem Raumfilter betrieben, der vom Abwasser durchströmt wird. Aufgrund der zunehmenden Beladung muss die Aktivkohle periodisch ausgewechselt (regeneriert) werden.

xeiro ag