Fragen zur Aktivkohle-Qualität

Wie kann überprüft werden, ob die Qualität der eingesetzten Kohle stimmt?

Es gibt verschiedene Parameter, die zur Beurteilung der Aktivkohle-Qualität herangezogen werden können. Die konkreten Anforderungen sollten vorgängig definiert und mit dem Lieferanten vertraglich geregelt werden.

Eine zentrale Grösse ist die effektiv erzielte Reinigungsleistung im Vergleich zur Muster-Kohle, anhand welcher das Kohle-Produkt ausgewählt wurde. Die Reinigungsleistung wird üblicherweise mittels Schüttelversuchen im Labor bestimmt (eine Anleitung zur Durchführung ist hier gegeben). Solche Untersuchungen benötigen ein paar Tage Zeit und können daher erst nach dem Einfüllen der Aktivkohle ins Silo durchgeführt werden.

Zusätzlich empfiehlt sich auch den Wassergehalt zu bestimmen (nach der Norm DIN EN 12902 bei 150 °C), der in der Regel unter 10% liegen sollte. Anhand des Aschegehalts respektive des Glührückstands können zudem Hinweise auf den Anteil Frischkohle und Reaktivate abgeleitet werden, wobei der Aschegehalt einer Frischkohle bei etwa 5-10 % liegt und derjenige eines Reaktivats unter 15 % (Rössler et al., 2019). Für die granulierte Aktivkohle existiert aktuell noch keine allgemeine Vorgehensweise, da Laborversuche wegen der mehrmonatigen Betriebszeit einer GAK-Filtration und der groben Körnung schwieriger sind.

Sollten neben den Qualitätsaspekten der AK auch ökologische und ethische Betrachtungen (z.B. Herkunft Rohstoff, Kinderarbeit, usw.) in die Produktauswahl miteinbezogen werden?

Grundsätzlich sind Informationen über die Nachhaltigkeit sowie soziale/ethische Aspekte limitiert und schwierig zu überprüfen. Eine Möglichkeit zur Berücksichtigung sozialer Aspekte bei einer Ausschreibung ist, die Einhaltung der Kernkonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) als Teilnahmebedingung zu formulieren.

Mit der Wahl eines Aktivkohle-Produkts aus einem erneuerbaren Rohstoff (z.B. Holz) oder mit einem hohen Anteil an Reaktivaten (d.h. Aktivkohle, die bereits bei anderen Anwendungen eingesetzt und wieder regeneriert wurde) können die Umweltauswirkungen (insbesondere Emissionen von Treibhausgasen und Primärenergieverbrauch) stark reduziert werden. Zur Bewertung der Umwelteinflüsse in Ausschreibungen besteht die Möglichkeit, die Angaben zum Rohstoff und zum Anteil der Reaktivate im entsprechenden Aktivkohleprodukt zu bewerten, solange sie auf einer vergleichbaren Basis beruhen. Nachhaltige Produkte sind nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich Reinigungsleistung nicht schlechter als weniger nachhaltige Produkte, dafür aber tendenziell teurer.

Existieren Labels oder dergleichen, die ein nachhaltiges Aktivkohleprodukt garantieren?

Bisher gibt es noch kein Label oder dergleichen für Aktivkohle-Produkte, die auf Kläranlagen eingesetzt werden soll. Ein solches würde jedoch von vielen Akteuren, inkl. Herstellern, begrüsst. In anderen Bereichen sind schon Aktivkohle-Labels oder Zertifikate vorhanden, beispielsweise für Grillkohle oder für Pflanzenkohle, die zum Beispiel als Bodenverbesserer eingesetzt wird.

xeiro ag