Fragen zum Aktivkohle-Schlupf

Wie kann der Verlust an PAK minimiert werden?

Nach der Dosierung von PAK muss diese möglichst vollständig vom gereinigten Abwasser abgetrennt werden. Dafür wurden verschiedene Verfahren erprobt: Flockungsfiltration, Membranfiltration, oder Sedimentation gefolgt von Sand- oder Tuchfiltration. Mit einer abschliessenden Filtrationsstufe kann sichergestellt werden, dass die GUS im Ablauf zuverlässig unter 5 mg/l liegen. Es ist aber vielfach nicht klar, wie diese GUS quantitativ zusammengesetzt sind, resp. wie gross der Anteil der PAK ist (andere Bestandteile sind im Wesentlichen Belebtschlamm- und Fällmittelflocken).

Anhand neuer Analysemethoden (beispielsweise Thermogravimetrie) kann der Anteil PAK an den GUS bestimmt werden. Bisherige Untersuchungen zeigen, dass mit den oben genannten Abtrennverfahren über 99% der dosierten PAK zurückgehalten werden kann (vgl. Artikel A&G).

Hat der AK-Schlupf negative Effekte auf Gewässer?

Das Risiko einer Rücklösung der Spurenstoffe von der PAK in die Gewässer wird gegenwärtig als sehr gering eingeschätzt (vgl. auch Untersuchungen des Kompetenzzentrums Spurenstoffe Baden-Württemberg, Meckes et al., 2014). Aus dem langjährigen Betrieb zahlreicher PAK-Anlagen in Deutschland sind keine negativen Folgen des PAK-Verlustes auf die Gewässer bekannt. Dennoch ist gesetzlich vorgegeben (Art. 63 GSchG „sachgemässer Gewässerschutz“), dass der Eintrag von PAK in die Gewässer minimiert werden muss.

Brauchen wir Membranen als Abschluss einer PAK-Stufe, um einen möglichst grossen Anteil an PAK zurück zu halten?

Nein, ein effizienter PAK-Rückhalt kann auch mit anderen Verfahren als Membranen sichergestellt werden. Wichtig ist, dass gewährleistet sein muss, dass die PAK möglichst vollständig zurückgehalten wird.

Ist AK, die mit MV beladen ist, schädlich für Wasserorganismen?

Dazu gibt es keine Untersuchungen. Die Rücklösung von MV im Gewässer ist nicht im grossen Stil zu erwarten. In Laborexperimenten, wo versucht wurde die Mikroverunreinigungen wieder von der PAK zu lösen, hat sich gezeigt, dass dies kaum möglich war.

Muss der auf der PAK verlorene Anteil der MV bei der Berechnung des Reinigungseffekts abgezogen werden?

Nein, die Messung der Spurenstoffe erfolgt - sowohl im Zufluss als auch im Abfluss - in der gelösten Phase.

xeiro ag