Fragen zu Aktivkohle-Verfahren

Welche Aktivkohle ist geeignet?

Diese Frage lässt sich leider nicht einfach beantworten. Neben der reinen Adsorptionskapazität spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise Dichte, Absetzbarkeit, Korngrössenverteilung, Härte (Abrasion), Preis. Die Aktivkohlehersteller und -lieferanten verfügen in der Regel über ein grosses Know-how über die Adsorptionskapazitäten ihrer Kohlen. Eine umweltschonende Herstellung, nach Möglichkeit aus nachwachsenden Rohstoffen, ist anzustreben.

Gibt es auch Sicherheitsanforderungen für Aktivkohle?

PAK an sich ist kein Gefahrenstoff. Die Inhalation von PAK-Staub kann jedoch Atmebechwerden verursachen. Bei Haut- oder Augenkontakt kann PAK auch leichte Reizungen hervorrufen. Übrigens kann PAK bei Aufwirbelung in der Luft Staubexplosionen auslösen, wenn eine Zündquelle vorhanden ist. Sicherheitsaspekte zum Umgang mit Pulveraktivkohle wurden in einem Faktenblatt publiziert.

Welches Abtrennverfahren ist notwendig?

Die Dosiermengen von Aktivkohle sind relativ gering, in den bisherigen Versuchen zeigte sich, dass mit 10-20 mg Aktivkohle pro Liter Abwasser eine ausreichende Elimination erzielt werden kann (>80%). Im Ablauf von ARA werden meist 3-15 mg abfiltrierbare Stoffe pro Liter gemessen. Es ist klar, dass nach einer PAK-Stufe ein Filter erforderlich ist, um die Feinfraktion der Kohle abzutrennen. In einem laufenden Projekt der Plattform wird der PAK-Schlupf bei verschiedenen Verfahren gemessen und in einem Bericht zur Verfügung gestellt.

 

Kann man PAK regenerieren?

Bisher ist die Regeneration von Pulveraktivkohle nicht wirtschaftlich. Zur Zeit ist geplant, dass die Aktivkohle mit dem Primär- und Belebtschlamm in der bestehenden Schlammbehandlung behandelt wird. Darüber liegen aber noch keine detaillierten Informationen vor. 

Wo werden bei einer PAK-Anlage die Fällmittel bzw. die Flockungshilfsmittel dosiert?

Im Ulmerverfahren können PAK, Fäll- und Flockungshilfsmittel (FM und FHM) in dieser Reihenfolge in den Kontaktreaktor dosiert werden. Auf der ARA Bachwis in Herisau wurde eine Drei-Punkt-Dosierung für das FM untersucht (Biologie, Zulauf Kontaktreaktor und direkt vor den Filter), welche sich als effizienter erwies. Das FHM wird am Ende des Kontaktreaktors eingemischt.

Im Verfahren PAK-Dosierung vor den Raumfilter wird das FM mit der PAK in den Kontaktreaktor dosiert. In diesem Fall wird kein FHM dosiert.

Bei der Dosierung von PAK in die Biologie bedarf es zur Abtrennung der PAK keine gesonderte Zugabe von Fäll- und Flockungshilfsmittel.

Gibt es Resultate aus Versuchen mit GAK-Reaktivaten, oder wurden bisher alle Versuche mit frischer GAK gemacht?

Auf der ARA Bülach-Furt (GAK-Filtration) werden die Versuche mit frischer GAK durchgeführt (s. Zwischenbericht). In Penthaz (GAK im Wirbelbett) wurde die 1. Phase des Pilotversuchs mit frischer GAK und die 2. Phase mit reaktivierter GAK durchgeführt (s. Zwischenbericht). Auf der ARA Glarnerland werden drei verschiedene GAK getestet, davon auch ein Reaktivat (s. Newsletter Nr. 10). Nach jeder Reaktivierung werden nur etwa 10 bis 20% frische GAK benötigt zur Wiederherstellung der Adsorptionskapazität. Auf diese Weise können die CO2-Emissionen im Vergleich zur Pulveraktivkohle deutlich gesenkt werden. Aktuell gibt es noch keine Möglichkeit, die GAK in der Schweiz zu reaktivieren. Die Aktivkohle kann aber in Brennofen in Norditalien reaktiviert werden.

xeiro ag